Mittwoch, 08 Feb 2012
 
 
Genug ist genug! PDF Drucken E-Mail
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In eigener Sache
Montag, 12. Oktober 2009 um 17:22 Uhr

An die Sarrazins dieser Republik:

Genug ist genug!

Da Pauschalurteile auf Stammtischniveau derzeit in Mode sind, schließen wir uns an: Die wahren Integrationsunwilligen dieses Landes sind doch Sarrazin und Konsorten. Sie haben gar kein Interesse an Integration. Es geht ihnen auch nicht um Erkenntnisgewinn und Erhellung. Sie wollen lediglich in polemisch-platter Manier Vorurteile produzieren und die Kluft in der Gesellschaft vergrößern. „Spalten statt versöhnen“, lautet das Motto in weiten Teilen der Mehrheitsgesellschaft. Seit Jahren wird dabei das Lied der gescheiterten Integration gesungen und mit dem Finger wahlweise auf Türken, Muslime oder alle Migrationshintergründler gezeigt.

Wir aber haben es satt, dass über Migranten, Ausländer, Inländer, Neudeutsche – suchen Sie sich Ihren Lieblingsbegriff aus – so viel Unsinn geredet wird. Die undifferenzierten Phrasen von Ehrenmorden, Importbräuten und Parallelgesellschaften werden bedauerlicherweise nicht nur von Stammtischbrüdern und Nazipöblern dieses Landes verbreitet, sondern auch von den sogenannten Eliten dieser Republik und den Medien.

 

Dass jetzt ein Banker über Menschen sagt, dass eine Gruppe von Menschen „ökonomisch nicht gebraucht“ wird und aus der Gesellschaft „auswachsen“ müsste, ist eine neue Form der Anmaßung. Das Gerede von „zu viel Unterschichtengeburten“ oder dem angeblich erblich bedingten Mangel an „altdeutscher Arbeitsauffassung“ bei Türken und Arabern, hat eine bittere Dimension erreicht. Aber damit nicht genug: Die vermeintlich „überfällige Debatte“ wird von der Qualitätspresse wie dem Boulevard unterstützt.

 

Wenn verdrossene Intellektuelle meinen, sich mit Pseudo-Tabubrüchen vermeintlich wichtige Debatten in Szene setzen zu müssen, ist das ein Armutszeugnis für Deutschland. Das wirft die Frage auf, wem diese Pseudodebatte und diese Kluft nutzt? Wäre sie überwunden, wäre die Mehrheitsgesellschaft in der Pflicht, genauso für Chancengleichheit zu sorgen, wie die Zuwanderer in der Pflicht sind, sich für ihre neue Heimat zu engagieren. Wir haben es hier mit einem elitären Rassismus zu tun, der mithilfe von Brandsätzen den Status quo stabilisiert.

 

Integration fordern und gleichzeitig Ausgrenzung fördern – so kann das aber leider nichts werden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Neuen Medienmacher

 

 
Kommentare (5)
Sarrazin - Klappe die 2. !
5 Montag, 14. Dezember 2009 um 23:39 Uhr
Sirin Manolya Sak
Klopf, klopf...Erde an Sarrazin - Mayday! Das stellt ein absolutes Armutszeugnis zivilisiter Konversationen in der Öffentlichkeit dar. Worüber reden wir hier eigentlich? Das Bild des primitiven Barbaren hat sich seit dem Mittelalter in den Köpfen nicht gewandelt und man interessiert sich mehr für das ubekannte Leben auf dem Mond, als für das fremdartige, mit dem man jeden Tag auf du und du ist. Was bedeutet Integration in einer individualisierten Gesellschaft, in der es Berufe wie Tierpräperator, Solarteur und Kläranlagentaucher gibt? Was ist mit den zum Beispiel mit den ganzen Punks? Bunte Irokesen sind ja dann auch ein politisches Statement, dass man auf dem Kopf trägt und das richtet sich klar gegen das "Bürgertum". Werden uns allen bald Fönwellen verordnet oder hören die Punks 2023 Volksmusik, damit sie der deutschen Mehrheitsgesellschaft entsprechen?
Politische Korrektheit Denunziert
4 Dienstag, 20. Oktober 2009 um 10:25 Uhr
Marion T.
Was dieser Mann sich da heraus genommen hat ist einfach nur peinlich, meiner Meinung nach ist er in der falschen Partei und man sollte ihn auffordern sein Amt Niederzulegen.

Wo wir gerade dabei sind ich finde die Bezeichnung Deutsche mit Immigrationshintergrund denunzierend und dikriminierend, denn auf der einen Seite will man das Ausländer die Deutsche Staatsbürgerschaft annehmen und auf der anderen Seite betitelt man sie dann so was soll das???

Man ist Deutscher wenn man die Staatsbürgerschaft annimmt und sich deutsch oder Deutschland verbunden fühlt und PUNKT

Meine Großeltern haben einen Türkischen Nachnamen, waren aber durch und durch Deutsche, mein Großvater hat sogar im Krieg gekämpft für Deutschland und ist gefallen.
Und der H. hat sich nicht daran gestört das sie keinen Deuschen Namen hatten, auch sonst hatte unsere Familie keine Probleme mit dem Deutsch sein. Das wurde erst anders als unsere Politiker immer mehr Politisch korrekt sein wollten.
Jetzt werde ich immer öfter mal gefragt woher ich denn komme wegen dem Nachnamen, Hallo gehts noch wir sind seit vielen Generationen Deutsche.

Meine Antwort darauf ist immer, aus Deutschland wieso?
Freu mich jedesmal wieder über die dummen Gesichter die die dann darüber machen.

Ich habe nie eine andere Kultur als die Deutsche gelernt, wir essen deutsches Essen und sind auch anderen typisch Deutschen Dingen verbunden, also was soll das jetzt mit dem Migrationshintergrund, bin ich nun eine Deutsche zweiter Klasse???

Gruß Marion
Fragen an Sarrazin
3 Mittwoch, 14. Oktober 2009 um 11:36 Uhr
Marjan Parvand
Sind die „Kopftuchmädchen“ und die „Araberfrauen“ tatsächlich das Problem? Ich meine nicht. Es spielt doch überhaupt keine Rolle, ob ein Mädchen ein Kopftuch trägt oder nicht. Es spielt überhaupt keine Rolle, ob eine Frau arabisch-stämmig ist oder nicht. Viel wichtiger ist doch, was im Kopf des „Kopftuchmädchens“ oder im Geist der „Araberfrau“ vor sich geht. Welches Verhältnis haben sie zu Deutschland? Können Sie sich mit Deutschland identifizieren? Würden Sie wählen gehen? Es ist höchste Zeit, dass Deutschland endlich das traurigste Kapitel seiner Geschichte hinter sich lässt und die Religion aus dem Spiel lässt, wenn es um die Identifizierung von gesellschaftlichen Fragen und Problemen geht. Ein Bürger dieses Landes kann eine Kippa tragen und in die Synagoge gehen; dem Islam angehören und gen Mekka beten; als Christ geboren sein und sich später für den Hinduismus entschieden haben, so lange er bereit ist, das Rechtssystem und die Gesetze dieses Landes zu akzeptieren. Von den demokratischen Prinzipien dieses Landes will keiner auch nur einen Millimeter zurückweichen - Menschenrechte, Gleichberechtigung von Mann und Frau oder die Meinungsfreiheit sind nicht verhandelbar. Aber im gleichen Atemzug füge ich an: Toleranz ist auch nicht verhandelbar!
(K)ein Einzeltäter
2 Dienstag, 13. Oktober 2009 um 09:57 Uhr
Aziz Bozkurt
Das besonders erschreckende ist doch, dass eine Reihe von Personen in der Öffentlichkeit Sarrazin unterstützen oder ihn verteidigen. Von Hans Olaf Henkel ("Sarrazin habe sich differenziert mit dem „Ausländerproblem in Berlin“ auseinandergesetzt und werde jetzt dafür „fertiggemacht“") bis Heinz Buschkowsky (Sarrazin Volksverhetzung oder Menschenfeindlichkeit zu unterstellen, sei Quatsch. Er wollte die Diskussion anschieben und habe sich vergaloppiert.).

Die "Analyse" kommt WEDER DER REALITÄT Nahe NOCH zeugt es von IRGENDEINEM INTELLEKT! Er hat WEDER eine SINNVOLLE DISKUSSION angestoßen, NOCH sich NUR MAL VERGALOPPIERT.

JA, das war VOLKSVERHETZEN UND MENSCHENFEINDLICH!
Türken-Bashing ist wieder modern
1 Montag, 12. Oktober 2009 um 22:35 Uhr
Kemal Calik
Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir, der Bund türkischer Journalisten in Europa, teilen eure Meinung voll und ganz. Vorhin lief auf Phoenix eine 'Integrations-Debatte' mit Laschet und Broder (einem der vermeintlichen Pseudo-Tabubrecher). Mit dem Mann hatte ich schon auf einer Veranstaltung eine hitzige Debatte, wo er sich zum Schluss vermeintlich versöhnlich zeigte. Habe ich es abgenommen? Nein. So blöd ist keiner von uns.

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